Denn sie wissen nicht was sie tun

Nein, das ist keine Hommage auf James Dean, der diesen Film mit zum Klassiker gemacht hat. Der Titel hat mich gereizt.
„Denn sie wissen nicht was sie tun“, war früher, bis in die 90-Jahre. Sie wussten nicht was sie taten, wenn sie, die Konsumenten, Fleisch- und Milchprodukte kauften, über das Mass hinaus, weil‘s angeblich gesund sei. Und es wurde auch immer preiswerter. Und es wurde auch immer mehr in Verpackung mit idyllischen Bildchen drauf verpackt.


Woher soll ein schlechtes Gewissen kommen, wenn man von nichts weiss, wenn man von Kindheit eingetrichtert bekommt, Fleisch sei ein Stück Lebenskraft, Milch sei gesund. Wenn man gar nicht mitbekommt, wie Tiere in Massentierhaltung gehalten werden, zum reinen Produkt verkommen, gezüchtet bis zum Umfallen, wenn man nicht sieht wie grausam geschlachtet wird. Da kann ja kein Mitgefühl aufkommen, sowas wie der Gedanke, dass Tiere Mitgeschöpfe sind, auch Rechte auf Leben haben, das möglichst artgerecht.
Nein, die Erzeuger, Halter und Schlachter haben mannigfaltig Methoden entwickelt, ihre Ungeheuerlichkeiten im Verborgenen zu tun.
Doch heute, seit 10-15Jahren, gilt der Spruch „denn sie wissen nicht was sie tun“ nicht mehr, ist nicht mehr anwendbar für diesen Bereich. Zunehmend wurden und werden in den Medien Artikel darüber gebracht (die letzte Zeit fast wöchentlich). Die, wohl gemerkt, erst durch den Anstoss mutiger Buch-Autoren, Aktive Menschen, die demonstrieren und informieren, oder eben durch das Internet und dessen Vernetzungsmöglichkeiten. Da konnten und mussten Zeitungen, Fernsehen nachbuttern (zugegeben, das Fernsehen hinkt immer noch gewaltig hinterher, da steckt noch zuviel Politik und Wirtschaft dahinter).
Immer mehr werden die schrecklichen Bilder und Videos vom Leid der Nutztiere gezeigt, die belegen wie getötet, geschlachtet, gemetzelt wird, immer mehr werden medizinwissenschaftliche Publikationen, Fachartikel zitiert, die belegen, dass Fleisch- und Milch ungesund ist und grossteils an den sogenannten Zivilisationskrankheiten beteiligt sind, dass Tierversuche letztendlich in den meisten Fällen unsinnige Quälereien bedeuten, ohne den Nutzen wirklich bewiesen zu haben. Immer mehr werden wir von Lebensmittelskandalen überschüttet, was ja eindeutig an der Massenherstellung dieser „Waren“, bzw. Massentierhaltung dieser Nutztiere liegt.
Dann noch die Umweltbelastungen, CO², Gülle, all das zeigt bei den Konsumenten immer mehr Aufmerksamkeit. Auch dass tausende Kinder an Hunger sterben, nichts zu essen, weil unsere Nutztiere Vorrang in der Ernährungskette haben, langsam, ganz langsam werden unseren Tierproduktkonsumenten die Zusammenhänge klar, hoffentlich!

Kommt man dann noch mit der Ethik daher, ein wahrlich heisses Eisen, denn wer will sich schon als unmoralisch, unethisch benennen lassen, dann kommt doch gleich wieder das schlechte Gewissen hervor, aber zunächst folgt eben eine Gegenwehr mit den unmöglichsten und verlogensten Argumenten. Doch auch hier ist ein Wandel im Gang, das Rechte der Tiere auf artgerechtes Leben, was ja den willkürlichen Tod ausschliesst, ja was sogar die Nutzung ausschliesst, Tierversuche ausschliesst (wunderbar und gutbegründet im Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit“, von Hilal Sezgin) , das alles tritt langsam in die Öffentlichkeit und das wird auch für eine humane Gesellschaft künftig als ethischer Bestandteil zu nachhaltigen Veränderungen führen, nein führen müssen.

Wenn man also noch bisher die Entschuligung "ich habedas nicht gewusst" vortragen konnte, dann gilt ab heute: „sie haben es gewusst“. Da kann sich keiner mehr rausreden. Damit übernehmen alle Fleisch, Milch, schlicht alle Tierprodukt-Konsumenten auch die Mit- Verantwortung für diese Zustände in der Massentierhaltung, der anteiligen Umweltschädigung, ein schweres Erbe, bei Gott!

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