Drei Gründe vegan zu leben

Vegan zu leben heisst ja mehr als nur vegan Essen, vegan leben schliesst jeglichen Gebrauch oder Nutzung von tierischen Produkten aus, also auch bei Kleider, Möbel und Accessoires.

Dies mag zunächst eine Einschränkung bedeuten, vor allem, wenn man die Vielfalt der hiesigen Produkte gewöhnt ist, aber gegenüber der gewonnenen Erkenntnis ist das locker ertragbar.

Was bewegt jemand vegan zu leben. M.E. gibt es drei wesentliche Gründe:

<> Ethik
Mit der Massentierhaltung in der heutigen Form ist ein Punkt erreicht, den man gewissermassen unmenschlich nennen darf, wobei die Unmenschlichkeit sich eben auf die Art der Menschen wie sie mit den Tieren umgehen bezieht. Das Bewusstsein, dass es eben keine Doppelmoral geben darf (die eine bezieht sich auf die Spezies Mensch, die andere und die eben völlig anders auf die Tiere, wobei auch hier extreme Unterschiede gemacht werden), ist einer der wesentlichen Gründe vegan zu leben. Hier spielt das Mitgefühl mit allen Wesen, Tier wie Mensch eine dominante Rolle, ebenso wie es aus diesem Grund nicht sein darf, dass Tiere gezüchtet, ausgebeutet nicht artgerecht leben dürfen und anschliessend gezielt getötet werden.
Keine Argumentation dagegen kann aufrecht erhalten werden, auch nicht die immer wieder zitierte Evolution, nach der wir aus dem Tier geboren von Natur aus Fleischesser waren und folglich immer sein müssen. Das alles ist Vergangenheit und hinsichtlich der gegenwärtigen Entwicklung des Menschen mit keinem auch noch so dahergebrachten wissenschaftlichen Argument haltbar.
Ebenso sind gewisse religiöse Argumente, die die Kirchen gerne als Alibi für das Fleischessen mit alttestamentarischen Zitaten ins Feld führt vernichtend mit gegenteiligen Zitaten aus denselben Büchern zu schlagen. Mehr als alle Gesellschaftformen haben uns die Religionen der Christen, Moslem und Juden eingeredet, diktiert, der Mensch möge sich die Natur Untertan machen. Wie schwer wiegen diese Verhaltensmuster im Denken der Menschen, wie schwer scheinen sie eliminiert werden zu können. Der Weg zu einer sich bewusst werdenden Menschheit, frei von Gewalt gegenüber allem Leben, wird allerdings ein mühsamer sein, da er für Jeden individuell zu gehen ist und sich nur dadurch die Gesellschaft als „Ganzes Bewusstsein“ revitalisiert werden kann.

<> Umwelt
Die Umweltsünden der Menschen sind enorm. sie begannen mit dem industriellen Zeitalter und haben sich heute in allen Bereichen der Wirtschaft und des täglichen Lebens potenziert. Einen nicht unwesentlichen Anteil dazu tragen die konventionelle Land- und Tierwirtschaft und darin eben die tierproduktmässige Lebensmittelindustrie. Diese Bereiche verbrauchen ungeheure Ressourcen von der Erzeugung bis zum Produkt im Supermarkt. Dies kann man z.B. am ökologischen Footprint, dem sogenannten CO²-Äquivalent, einzelner Lebensmittelprodukte sehr gut ablesen. Daraus kann auch wissenschaftlich belegt, gefolgert werden, dass z.B. der Ressourcenverbrauch an Wasser, Landfläche und Energie für die Aufrechterhaltung tierischer Nahrung ein Vielfaches dessen ausmacht, was für vegane Nahrung benötigt würde. Es gibt überwiegende weltweite wissenschaftliche Argumente, die klar und eindeutig diesen Ressourcenverbrauch für den Klimawandel mitverantwortlich machen, die ebenso überwiegend die nahe Zukunft der Menschheit durch Hungersnöte stark gefährdet sehen, dabei schon auch die Szenarien beschreiben was sich daraus ableiten lässt, die Vernichtung grosser Massen von Menschen und Tieren, letztlich die Überlebensfrage an sich stellen, sollte es nicht zu gravierenden Änderungen bezgl. Der Nahrungserzeugung kommen.


<> Gesundheit
Nichts bewegt den Menschen so sehr wie tägliche Nahrung. Gesund essen ist heute durchaus ein unumkehrbarer Trend, angefangen von biologisch erzeugten Lebensmitteln, Slowfood-Bewegung, den vielen vegetarischen Ernährungsvarianten bis hin zur veganen Ernährung. Dabei scheint dieser Trend mehr von Frauen und generell der gebildeteren Menschen aufgenommen zu werden. Der Aspekt Gesundheit spielt darin die tragende Entscheidung. Den Zusammenhang zwischen Krankheiten und tierischen Nahrungsmitteln wird jedoch von unserer gesteuerten Konsumgesellschaft noch sehr wenig wahrgenommen. Diejenigen, die es tun und erkennen werden vegan.
Es ist bewiesen, wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Verzehr von tierischen Produkten der entscheidende Grund unserer heutigen Volkskrankheiten (Diabetes, Krebs, Herz-und Kreislaufkrankheiten, Osteoporose, Fettsucht) ist. Dr. Henrich von ProVegan hat hier für den deutschsprachigen Raum Pionierarbeit geleistet und die unzähligen Studienergebnisse (zumeist aus dem englischsprachigen Raum) auf das wesentliche und in verständlicher Art publiziert. Die offiziellen für Ernährung zuständigen wissenschaftlichen Gremien in den USA, Kanada und Australien haben dies klar zum Ausdruck gebracht und rufen zum Verzicht tierischer Produkte auf. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) scheint nur langsam sich in diese Richtung zu bewegen, warnt aber immer noch vor veganer Ernährung für Kleinkinder und Schwangere.
Das gegenwärtige Gesundheitssystem, ob hier in Deutschland oder in anderen ähnlichen Gesellschaftformen, ist nicht wirklich darauf ausgelegt Menschen gesund zu machen. Wohl richtig, dass durch die Medikamente und Technik das Leben der Menschen heute verlängert wird, sie älter werden lassen, aber es ist immer nur eine Symptom-Bekämpfung, die Ursachen (krankmachende Nahrungsmittel) werden nicht behandelt. Dass dies gewollt ist, so bleibt, dafür sorgt schon der Lobbyismus der betr. pharmazeutischen, ärztlichen und landwirtschaftlichen Verbände.
Vegan lebende Menschen haben dies sehr wohl erkannt und durch ihre Ernährungsweise widerlegen sie i.d.R. die durch das System aufgestellte These, dass der Mensch ohne tierische Produkte nicht gesund leben könne.

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